Editorial

Auf ein Wort, Herr Landrat

Auf ein Wort, Herr Landrat360°: Unternehmer müssen heute nicht nur ihr Handwerk verstehen. Steuergesetze und Regeln für mehr Transparenz bei Finanzgeschäften verlangen ihnen auch vielfältige betriebswirtschaftliche Kenntnisse ab. Eine sinnvolle Entwicklung?

Erich Pipa: Auf jeden Fall! Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise hat doch gezeigt, wie wichtig eine gute Eigenkapitalausstattung für kleine und mittlere Unternehmen ist. Sie stärkt die Widerstandskraft und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit. Insofern sollte jeder Unternehmer jederzeit wissen, wo er betriebswirtschaftlich steht. Allerdings müssen da alle mitspielen – auch die Banken. Es kann nicht sein, dass der Mittelstand bei der Kreditvergabe an der kurzen Leine gehalten wird, während über Konzernen gleichzeitig ein opulenter Rettungsschirm aufgespannt wird. Für alle müssen die gleichen Regeln gelten.

360°: Wo sehen Sie Handlungsbedarf?

Erich Pipa: Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Er stellt die meisten Ausbildungsplätze zur Verfügung und tut sich auch jetzt im Aufschwung als Jobmotor hervor. Das gilt auch und ganz besonders für die vielen Firmen im Main-Kinzig-Kreis! Dieses zarte Wachstumspflänzchen darf nicht durch verschärfte Regulierungsvorschriften wie zum Beispiel Basel III beschädigt werden. Gerade regionale Banken sind hier besonders gefordert. Sie stehen an der Seite der heimischen Betriebe. Gleichzeitig müssen die Unternehmerinnen und Unternehmer vorausschauend planen und verantwortungsvoll handeln.

Mehr zur Finanzsituation im Main-Kinzig-Kreis finden Sie in diesem Artikel.

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