1.200 Jahre Berufserfahrung

Wirtschaftspaten e. V.: Ehemalige Führungspersönlichkeiten helfen Existenzgründern

Sie sind zwar ein relativ kleiner Verein – nur 30 Mitglieder sind derzeit eingetragen – aber sie leisten Großes: „Die Wirtschaftspaten e. V.“ bieten unter anderem Existenzgründern Hilfe zur Selbsthilfe an. Das Besondere daran: Alle Mitglieder kommen aus Hessen, waren im Beruf einmal „große Tiere“, sind mittlerweile im Ruhestand und geben nun ihr Fachwissen ehrenamtlich weiter.

Finanziert aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und einem geringen Kostenbeitrag des betreuten Unternehmers sind die Wirtschaftspaten in Hessen, Rheinland-Pfalz und Unterfranken unterwegs, um Existenzgründern unter die Arme zu greifen. Im Dezember 2002 gründete sich der gemeinnützige Verein mit sieben Mitgliedern. „Obwohl wir hohe Anforderungen stellen und nur jeder dritte Interessent aufgenommen wird, sind wir heute 30 Mitglieder“, erklärt der 1. Vorsitzende Jürgen Pöttker. Allesamt sind sie ehemalige Führungskräfte aus hessischen Unternehmen, die ihr Wissen weitergeben wollen. 1.200 Jahre Berufserfahrung in der Industrie, im Handel und im Dienstleistungsgewerbe kommen so zusammen.

„Wir verhalten uns neutral, ohne finanzielle Absicht. Deshalb können wir auch offen unsere Meinung sagen“, macht der Vorstand klar. Das heißt für den Existenzgründer: Er hört möglicherweise sogar Unerfreuliches. Denn die Wirtschaftspaten stellen seine Idee auf den Prüfstand und machen ihm unmissverständlich klar, wenn sein Unterfangen zum Scheitern verurteilt ist.

Im Anschluss können sie ihm dabei helfen, die gute Produktidee in den Markt zu bringen. Sie legen bei der Erstellung eines Businessplans mit Hand an, beraten bei Finanzierungsfragen und geben dem neuen Unternehmen eine Struktur.

Aber nicht nur Existenzgründer können von der Erfahrung und dem Fachwissen der „Ehemaligen“ profitieren. Auch bei einem Führungswechsel in einem Unternehmen sind die Wirtschaftspaten gefragte Experten, denn sie helfen beiden Seiten – dem Unternehmer und seinem Nachfolger. Kleinen Unternehmen, die in eine Krise geraten sind oder sich für die Zukunft fit machen müssen, stehen sie ebenfalls als Coaches zur Verfügung.

Über 4.000 Beratungen haben die 30 Mitglieder seit ihrer Gründung schon durchgeführt. 50 Prozent der Interessenten waren Existenzgründer, 47 Prozent nahmen Hilfe bei der Existenzsicherung in Anspruch und 3 Prozent nutzten deren Erfahrung in punkto Unternehmensnachfolge.

Mittler zwischen Unternehmer und Nachfolger

Im Jahr 2005 wirkten die Wirtschaftspaten auch im Main-Kinzig-Kreis erstmals segensreich. Damals begann die Zusammenarbeit zwischen der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern und dem Verein. Seither bieten die ehemaligen Führungskräfte einige Male im Jahr bei der IHK kostenfreie Einzelgespräche zur Unternehmenssicherung und Krisenberatung an. Sie beraten in Sachen Marketing und Vertrieb, Controlling und Finanzierung, decken Schwachstellen auf und erarbeiten Aktionspläne.

Und nicht nur das: 2007 stellten sie in Hanau ein Mikroprojekt auf die Beine. Dort hatten fast 71 Prozent der Unternehmen in der südlichen Hanauer Innenstadt keine bis wenig konkrete Vorstellungen zur Nachfolgeregelung ihres Unternehmens. Daraufhin riefen die Wirtschaftspaten die ArGe „Unternehmens-Nachfolge südliche Innenstadt Hanau“ ins Leben.

Nützliches zum Thema

Sprechtage der Wirtschaftspaten:
Mittwoch, 19. Mai
Mittwoch, 15. September
Mittwoch, 10. November

Anmeldungen:
IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern
Sandra Zumpe
Am Pedro-Jung-Park 14
63450 Hanau
Telefon: 0 61 81 / 92 90-51
Fax: 0 61 81 / 92 90-77
Mail: s.zumpe@hanau.ihk.de

Weiterführende Links

>> www.wirtschaftspaten.de

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